Frage
Nachvollziehbar belegt
Fachwissen für digitale Entscheidungen
Wie läuft die Abnahme einer Software ab?
Kurzantwort
Anhand vorher vereinbarter Kriterien, nicht nach Gefühl. Üblich ist eine Testphase mit echten Daten und echten Nutzern, eine Liste festgestellter Abweichungen mit Einstufung nach Schwere, und eine Abnahme, die kleine Mängel nicht blockiert. Wer erst bei der Abnahme über Kriterien spricht, verhandelt zum schlechtesten Zeitpunkt.
Was vorher feststehen muss
- Kriterien. Welche Abläufe müssen funktionieren, damit abgenommen wird?
- Testdaten. Mit echten Daten testen, nicht mit „Max Mustermann".
- Wer testet. Die Menschen, die später damit arbeiten.
- Zeitraum. Zwei Wochen sind üblich, weniger reicht selten.
Die Einstufung von Mängeln
| Stufe | Bedeutung | Blockiert die Abnahme? |
|---|---|---|
| A | Ablauf nicht durchführbar | Ja |
| B | Ablauf mit Umweg möglich | Nein, mit Frist zur Behebung |
| C | Schönheitsfehler | Nein |
Ohne diese Einstufung wird jede Kleinigkeit zum Streitpunkt. Ein falsch ausgerichteter Text darf keine Abnahme verhindern; ein Ablauf, der nicht funktioniert, muss es.
Häufiger Fehler
Die Abnahme durch Personen, die das System nie benutzen werden. Sie klicken durch, finden nichts, nehmen ab – und drei Wochen später kommen die echten Rückmeldungen aus dem Alltag.
Nach der Abnahme
Mit der Abnahme beginnen in der Regel Gewährleistungsfristen. Was danach geändert wird, ist Weiterentwicklung und wird gesondert vereinbart. Auch das gehört vorher geklärt.
Kernfakten
- Vor der Abnahme
- Kriterien und Mängeleinstufung vereinbaren
- Testdaten
- Echte Daten, keine Beispieldaten
- Testende
- Die späteren Nutzer, nicht die Leitung