Frage Nachvollziehbar belegt

Fachwissen für digitale Entscheidungen

Prototyp oder Konzeptpapier – was ist sinnvoller?

Kurzantwort

Ein klickbarer Prototyp klärt in einer Stunde mehr als ein dreissigseitiges Konzept in einer Woche. Menschen können schlecht beurteilen, ob eine Beschreibung zu ihrem Arbeitsalltag passt – aber sofort sagen, ob ein Bildschirm funktioniert. Das Konzept bleibt trotzdem nötig, aber als Ergebnis, nicht als Ausgangspunkt.

Warum Text schlecht funktioniert

„Der Nutzer wählt einen Kunden aus und legt einen Vorgang an." Dieser Satz klingt eindeutig. In der Umsetzung stellt sich heraus: Kunden werden nach Kundennummer gesucht, nicht nach Namen; es gibt Kunden ohne Nummer; und ein Vorgang kann zu zwei Kunden gehören.

Diese Dinge fallen beim Anschauen sofort auf – beim Lesen nie.

Was ein Prototyp ist

Klickbare Bildschirme ohne Programmlogik. Man kann durchklicken, aber nichts wird gespeichert. Erstellungsaufwand: Tage, nicht Wochen.

Wofür ein Konzept weiterhin nötig ist

  • Regeln, die man nicht sehen kann: Berechnungen, Fristen, Berechtigungen
  • Schnittstellen und Datenflüsse
  • Mengengerüst und Betriebsanforderungen
  • Als Grundlage für Vertrag und Abnahme

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

Prototyp zuerst, Konzept danach – auf Basis dessen, was am Prototyp geklärt wurde. Umgekehrt schreibt man ein Konzept über Annahmen und korrigiert es später teuer.

Kernfakten

Prototyp klärt
Bedienung, Reihenfolge, fehlende Felder
Konzept klärt
Regeln, Schnittstellen, Mengen
Reihenfolge
Erst Prototyp, dann Konzept

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