Fachwissen für digitale Entscheidungen
Worauf muss man bei Open-Source-Lizenzen achten?
Kurzantwort
Die zwei Gruppen
Freizügige Lizenzen (MIT, Apache 2.0, BSD): kommerzielle Nutzung erlaubt, Änderungen erlaubt, keine Pflicht zur Offenlegung. Meist genügt es, den Lizenztext und den Urheberhinweis mitzuliefern. Diese Gruppe ist unkritisch.
Copyleft-Lizenzen (GPL, AGPL): Wer die Software weitergibt und dabei Copyleft-Code verwendet, kann verpflichtet sein, den eigenen Quellcode ebenfalls offenzulegen. Bei der AGPL kann das sogar für Software gelten, die nur über das Netz bereitgestellt wird.
Warum das praktisch relevant ist
Wenn Ihre Anwendung eine AGPL-Bibliothek einbindet und über das Internet erreichbar ist, kann daraus eine Offenlegungspflicht für Ihren eigenen Code folgen. Bei rein internen Anwendungen ist die Lage anders.
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten – sie hängt von der Art der Einbindung und der Nutzung ab.
Was Sie verlangen sollten
Eine Liste der eingesetzten Komponenten mit Lizenz – bei jedem Projekt und aktuell gehalten. Sie kostet den Dienstleister wenig und beantwortet die Frage im Zweifelsfall in Minuten statt in Tagen.
Was Sie nicht verlangen sollten
Den vollständigen Verzicht auf Open Source. Praktisch jede moderne Anwendung beruht darauf. Ein Verzicht würde die Kosten vervielfachen, ohne die Sicherheit zu erhöhen – im Gegenteil: verbreitete Bausteine sind besser geprüft als selbst geschriebene.
Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.
Kernfakten
- Unkritisch
- MIT, Apache 2.0, BSD
- Prüfen
- GPL und besonders AGPL
- Immer verlangen
- Aktuelle Liste der Komponenten mit Lizenz